Laut Statistischem Bundesamt machen die Nebenkosten beim Immobilienkauf in Deutschland
durchschnittlich 10 bis 15 % des Kaufpreises aus. Diese Zusatzkosten sollten unbedingt
in die Finanzierungsplanung einfließen, da sie nicht über das Bankdarlehen finanziert
werden können. Zu den wichtigsten Positionen zählen die Grunderwerbsteuer (je nach
Bundesland 3,5 bis 6,5 %), Notarkosten, Grundbuchgebühren und gegebenenfalls eine
Maklerprovision.
Die Grunderwerbsteuer ist regional unterschiedlich und wird
direkt bei Eigentumsübergang fällig. Notar- und Grundbuchkosten belaufen sich in der
Regel auf etwa 1,5 bis 2 % des Kaufpreises. Bei einer Vermittlung durch einen Makler
fällt eine Provision an, die meist zwischen 3 und 7 % liegt und in vielen Fällen
zwischen Käufer und Verkäufer geteilt wird. Informieren Sie sich vorab über die geltende
Regelung im jeweiligen Bundesland.
Neben diesen Positionen können weitere
Kosten anfallen – etwa für Gutachter, Energieausweis, Umzug oder Renovierung. Wer diese
Posten frühzeitig berücksichtigt, vermeidet Engpässe bei der Finanzierung und kann die
Gesamtkosten realistisch einschätzen.
Ein oft unterschätzter Kostenfaktor sind laufende Nebenkosten, die nach dem Kauf
regelmäßig anfallen. Dazu zählen Grundsteuer, Gebäudeversicherung, Hausgeld (bei
Eigentumswohnungen) und Instandhaltungsrücklagen. Diese Ausgaben variieren je nach
Objektgröße, Lage und Zustand der Immobilie. Für Eigentumswohnungen werden monatlich
meist mehrere hundert Euro fällig, die in die persönliche Finanzplanung einbezogen
werden sollten.
Ebenso wichtig: Rücklagen für unvorhergesehene Reparaturen
oder Modernisierungen. Gerade bei älteren Immobilien können unerwartete Kosten
entstehen, etwa durch notwendige Sanierungen. Experten empfehlen, jährlich etwa 1 % des
Immobilienwerts für Instandhaltung zurückzulegen.
Planen Sie außerdem
Umzugskosten, Möblierung und mögliche Renovierungen ein. Wer frühzeitig einen Überblick
über alle Ausgaben erstellt, erlebt keine bösen Überraschungen und kann die finanziellen
Belastungen besser steuern.
Die Auswahl des passenden Finanzierungskonzepts hängt maßgeblich von der Höhe der
Nebenkosten ab. Banken verlangen in der Regel, dass Käufer diese Zusatzkosten aus
eigenen Mitteln begleichen. Daher sollte das Eigenkapital nicht zu knapp kalkuliert
werden. Ein Vergleich verschiedener Finanzierungsangebote lohnt sich: Neben dem
effektiven Jahreszins spielen Sondertilgungsrechte, Laufzeiten und Gebühren eine
entscheidende Rolle.
Denken Sie auch an Versicherungen wie eine
Risikolebensversicherung oder eine Gebäudeversicherung, die in vielen Fällen
verpflichtend ist. Diese Policen schützen vor unerwarteten Ereignissen und sichern das
Objekt sowie die finanzielle Existenz ab.
Wichtig: Die genannten Inhalte
dienen ausschließlich der Orientierung. Holen Sie bei Unsicherheiten immer eine
individuelle Beratung ein. Finanzielle Rahmenbedingungen können sich ändern – vergangene
Werte sind keine Garantie für künftige Entwicklungen.